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12.+15.01.08 - Beate Bittler
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Der Grundgedanke eines Kinderhauses ist grundsätzlich sehr positiv zu bewerten, da solche Einrichtungen eine bessere Zusammenarbeit und Integration ermöglichen. Wenn dies auch noch im Sinne eines montessorischen Ansatz geschieht wäre dies zu unterstützen.
Montessori bedeutet, dass Raum geschaffen wird in dem Kinder entsprechend ihres eigenen Entwicklungsstandes sich bewegen und entwickeln können, dürfen und sollen.
Grundvoraussetzung für eine gelungene Umsetzung dieses pädagogischen Ansatzes ist:
1. Die intensive Zusammenarbeit aller am Kind arbeitenden Personen, um eine Vernetzung und Förderung zu erreichen.

2. Schaffung von räumlichen Gegebenheiten, die den psycho-sozialen Entwicklungsstand des jeweiligem Kindes entsprechen.

Zu Punkt 1:
Ich persönlich würde es sehr begrüßen, wenn diese Zusammenarbeit stattfinden würde, da somit die Möglich zu einem regelmäßigem Erfahrungsaustausch zwischen Lehrern und Erziehern entsteht. In den jeweiligen Teamsitzungen können somit Förderpläne entwickelt werden, die sich inhaltlich mehr an dem Bildungsplan der Grundschule orientieren.

Voraussetzung hierfür ist die Schaffung und Bereitstellung von Vorbereitungsstunden, in denen die Pädagogen vom Kiga freigestellt werden, um mit ihren Kollegen von der Grundschule die Vorgehensweise und die Umsetzung im schulischen und vorschulischen Alltag zu planen.
In wiefern sich damit die Schaffung einer weiteren Planstelle im Kindergartenbereich als notwendig erweist, wird sich dann wohl zeigen ;).
Bei den Grundschullehrern sind diese Zeitaufwendungen durch ihre Vor- und Nachbereitungszeiten abgedeckt.

Zu Punkt 2:
Schaffung von räumlichen Gegebenheiten, die den unterschiedlichen Entwicklungsstand der Kinder entsprechen.
Hierbei sehe ich in Bezug auf den Standort Grundschule doch erhebliche Probleme.
Das Gelände der Grundschule beschränkt sich auf das Gebäude und den Schulhof.
Dieses Gelände würde dann von den Kindern der 4 Klassen und den 2 bis 3 Gruppen des Kindergartens benutzt werden.

Gehen wir einmal von der Höchstanzahl von Kindern aus, ergibt sich folgende Rechnung:
4 x 31 = 124 Grundschüler
3 x 28 = 84 Kindergartenkinder
Das ergibt eine Gesamtzahl von 208 Kinder die sich diesen Raum teilen.

Selbst die Umwandlung der Schulstraße in eine Fußgänger- und Spielstraße und die Nutzung des Spielplatzes wird dem Spiel- und Bewegungsdrang der Kinder nicht gerecht.

Weiterhin ist zu beachten, dass "Lernen" bei Kindern im Alter bis zu 7 Jahren zum Hauptteil über Bewegung stattfindet. Es ist eine bedeutende Fase im Bereich der sensorischen Integration. Hierbei werden Bewegungen, Handlungen probiert, eingeübt, gefestigt und als Erfahrungen abgespeichert.
Standartisierte Studien beweisen, dass bei Beschränkung dieses Freiraums sich bei den Kindern Defizite ergeben können, die sich dann in Rechtschreibproblemen und Schwierigkeiten im mathematischem Bereich ausdrücken (ähnlich wie bei Kindern, die viel im Zimmer vor TV und Computer sitzen).
Soweit meine Reaktion auf den Beitrag über die Einhaltung der Ruhezeiten und der "Ruhigstellung" während der Klassenarbeiten!!!

Nun zu den Grundschülern. Die Hauptaufgabe in der ersten Klasse besteht darin den Kinder eine Atmosphäre zu schaffen, in der sie sich selbst und ihren Arbeitsplatz ordnen lernen können. Das heißt Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und sich auf Wesentliches zu konzentrieren. Ablenkungen durch spielende und schreiende Kiga Kinder erschweren diese doch enorm wichtige Aufgabe.

Schüler der Klasse 3 und 4 befinden sich dann in einer Orientierungsphase in Bezug auf die weitere schulische Entwicklung. Auch hierbei erweisen sich starke Außenreize (akustisch oder optisch) sehr störend.

Die Fortsetzung ist gleichzeitig für mich die Erkenntnis, dass beim Beibehalten des Vorhabens das Kinderhaus am Standort der Grundschule entstehen zu lassen, einen unumstößlichen Fakt schafft, dass

die Kinder sich gegenseitig am Lernen behindern.

Vielleicht schafft das Bürgerbegehren ein Umdenken in sofern, dass wir hier in Hüffenhart die einzigartige Möglichkeit hätten inovativ zu werden und ein komplettes Kinderhaus und vielleicht sogar ein Jugendzentrum zu schaffen, indem vielleicht auch der Gedanke aufgegriffen wird den Standort des Kindergartens als mögliches ausgeweiteten Bauvorhabens für ein Kinderhaus zu schaffen. Einfach nur mal so ein Gedanke. Raum genug für alle Kinder hätten wir dort genug.

Beate Bittler